Neuigkeiten
18.05.2016, 12:14 Uhr
CDU lehnt Vorrangfläche für Windenergie auf Rotenburger Stadtgebiet ab
Belastung der Anwohner durch "Windradriesen" ist nicht tragbar
Die Überlegungen, im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) eine Fläche östlich des Ahlsdorfer Forstes als Vorrangfläche für Windenergieanlagen auszuweisen, stoßen bei der CDU Rotenburg auf Ablehnung. Was die Planungen im Einzelnen vorsehen, welche Nachteile die Errichtung eines Windparks unmittelbar östlch von Rotenburg für die Rotenburger Bürger hätte und wie Sie selbst aktiv werden können, erfahren Sie nachstehend.
Foto: Windkraftanlagen vom Typ Enercon E-82 am Ortsrand von Bartelsdorf
- Von Dr. Klaus Rinck und Eike Holsten -

Was ist geplant?

Der Projektentwickler Reon AG aus Lilienthal plant, dass dort in einem so genannten „Windpark Wohlsdorf“ sechs Windräder vom Typ Enercon E-141 errichtet werden sollen. Da 80 % der Fläche auf Rotenburger Stadtgebiet liegen, wäre wohl die Bezeichnung „Windpark Rotenburg“ passender. Jedes Windrad soll lt. Reon eine Nabenhöhe von rd. 160 Metern und einen Rotordurchmesser von rd. 140 Metern haben. Das würde eine Gesamthöhe von 230 Metern bedeuten. Die am nächsten zu Rotenburg gebauten Windräder würden nur etwa 1.600 Meter vom Rand der gegenwärtigen Wohnbebauung im Gebiet Brockeler Straße entfernt sein.

Welche Folgen hätte die Errichtung
der geplanten Windräder für Rotenburg?

- Beeinträchtigung des Landschaftsbildes

Fakt ist: Die geplanten Windräder sind Riesen - 1,5 mal so hoch wie der Kölner Dom. Man würde sie an vielen Orten im gesamten Rotenburger Stadtgebiet sehen können. Die Wohngebiete südöstlich der Harburger Straße würden besonders betroffen sein. Wenn Sie sich einen ungefähren Eindruck vom Anblick machen wollen, der Sie erwarten könnte, empfehlen wir Ihnen einen Besuch im benachbarten Scheeßeler Ortsteil Bartelsdorf. Die erste Reihe der Windräder ist dort vom östlichen Ortsrand etwa 1.100 bis 1.300 Meter entfernt. Das ist eine etwas geringere Entfernung, als sie für Rotenburg geplant ist. Dafür sind die Bartelsdorfer Windräder aber mit einer Nabenhöhe von 108 Metern und einer Gesamthöhe von 150 Metern auch deutlich kleiner.

- Wertminderung von Immobilien
und Behinderung der weiteren Stadtentwicklung

Wenn Sie die Wahl hätten, ein Haus mit unverstelltem Landschaftspanorama oder eines mit Blick auf sechs Windradriesen zu kaufen, für welches würden Sie sich entscheiden? Die Antwort liegt auf der Hand. Die Verkäuflichkeit und der Wert der Immobilien östlich der Harburger Straße würden sinken. Außerdem würde die Möglichkeit, neue Baugebiete im Bereich der Brockeler Straße bzw. östlich des Magdeburger Ringes zu erschließen, nahezu ausgeschlossen. Die ohnehin begrenzten Perspektiven der Stadt zur baulichen Weiterentwicklung würden damit noch mehr eingeschränkt.

- Infraschall als mögliches Gesundheitsrisiko

Auch wenn die Windkraftindustrie es beharrlich abstreitet: Der durch die Rotorblätter erzeugte, für Menschen nicht hörbare Infraschall (Frequenzen unterhalb von 20 Hz) steht mehr und mehr im Verdacht, Gesundheitsschäden zu erzeugen, wenn die Windräder zu nah an Wohnbebauung errichtet werden. Unser Nachbarland Dänemark hat Ende 2013 eine Studie über mögliche Gesundheitsgefahren von Windkraftanlagen in Auftrag gegeben. Ein Großteil der dänischen Kommunen hat die Pläne für neue Windparks auf Eis gelegt, bis das Ergebnis dieser Untersuchung feststeht. Auch in Deutschland beginnen Behörden das Thema ernster zu nehmen. In der „Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall“, die von der Bergischen Universität Wuppertal im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde, heißt es, „dass weitgehend auf den tieffrequenten Bereich konzentrierter Schall schon bei niedrigen Pegeln das mentale Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen kann“.

Aber würde Rotenburg denn nicht wirtschaftlich
von einem Windpark profitieren?

Der wirtschaftliche Nutzen eines Windparks für die Rotenburg und seine Bewohner würde sich in engen Grenzen halten. Die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt würden nach unseren Berechnungen nur relativ moderat um ca. 70.000 Euro jährlich steigen. Da es sich um einen großen Windpark handelt, der europaweit ausgeschrieben werden muss, würden die Stadtwerke Rotenburg auch nach Aussage ihres Geschäftsführers Reinhard David keine realistische Chance haben, Betreibergesellschaft zu werden. Die einzigen, die tatsächlich vor Ort an einem Windpark verdienen würden, wären die Landwirte, auf deren Boden die Windräder errichtet würden.

Sind wir denn nicht moralisch verpflichtet, beim Ausbau
der Windenergie mitzuhelfen?

Keine Frage: Wir alle sind aufgerufen, die Energiewende zu unterstützen. Aber es kann nicht angehen, dass einige wenige die Lasten zu tragen haben. Aktuell liegt der Anteil von Ökostrom am Bruttoinlands-Stromverbrauch bundesweit bei etwa 33 %. Der Landkreis Rotenburg produziert durch seine zahlreichen existenten Windenergie- und Biogasanlagen jedoch schon 130 % seines eigenen Stromverbrauchs aus regenerativen Energien! Ein schlechtes Gewissen müssen wir hier in Rotenburg also wahrlich nicht haben: Wir helfen schon jetzt deutlich mehr als andere, die Energiewende zu schaffen.

Wer entscheidet darüber,
ob der „Windpark Rotenburg“ kommt?

Der große Befürworter von mehr Windkraftanlagen in Niedersachsen „onshore“ ist die rot-grüne Landesregierung. Erklärtes Ziel: Bis 2050 sollen mindestens 20 Gigawatt Windenergieleistung in Niedersachsen auf dem Festland installiert sein, was rd. 4.000 großen Windrädern landesweit entspricht. Die Landkreise sollen durchschnittlich 1,4 % ihrer Gesamtfläche für Windkraftanlagen zur Verfügung stellen. Vom Landkreis Rotenburg verlangt die Landesregierung dabei mit 2,53 % seiner Fläche den in Niedersachsen mit Abstand höchsten Prozentsatz!

Ob ein großer Windpark auf dem Gebiet der Stadt Rotenburg entsteht, darüber wird jedoch vor Ort entschieden. Die Entscheidung liegt beim Kreistag, der das Regionale Raumordnungsprogramm aufstellt. Am 11. September 2016 wird der neue Kreistag gewählt.

Was kann ich tun,
um den geplanten Windpark zu verhindern?

- Sagen Sie der Stadt Rotenburg Ihre Meinung!

Die Stadt Rotenburg kann gegenüber dem Landkreis zum geplanten Regionalen Raumordnungsprogramm Stellung nehmen. Als Bürger können Sie Ihrerseits der Stadt bis zum 31. Mai 2016 sagen, was Sie vom „Windpark Rotenburg“ halten. Wir empfehlen Ihnen: Machen Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch.

- Gehen Sie am 11. September 2016 zur Wahl
des neuen Stadtrates und des neuen Kreistages!

Die CDU Rotenburg lehnt die Ausweisung einer Vorrangfläche für Windenergieanlagen östlich von Rotenburg entschieden ab.

Wir treten für den Stadtrat und für den neuen Kreistag mit dem Ziel an, einen Windpark auf Rotenburger Stadtgebiet zu verhindern!

CDU Deutschlands CDUPlus Online spenden Deutscher Bundestag
Angela Merkel CDU.TV Newsletter CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Angela Merkel bei Facebook
©   | Startseite | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Inhaltsverzeichnis | Realisation: Sharkness Media | 0.19 sec. | 29402 Besucher